Andrea Hoffmann

1. Glaubst Du, dass Dein Leben einen Unterschied macht?
Das ist eine Frage, die ich ohne Bezugspunkt nicht beantworten möchte.

Für meine Kinder? Ja, bestimmt! Für meinen Mann? Ja, sicher! Für meine Herkunftsfamilie…da noch mehr! Meine Mutter und mein Vater waren 19 Jahre jung als ich „unerwartet“ hereinschneite…das hat bestimmt einen grossen Unterschied gemacht damals J … und ansonsten glaube ich an die Sinnhaftigkeit der Existenz. Das heißt für manche war ich vielleicht „ein Segen“, für andere war ich vermutlich eher der „Arsch-Engel“ (Wortkreation von Robert Beetz J).

2. Wen würdest Du gern mal treffen, hättest Du gern mal getroffen? Und um ihm/ihr welche Frage zu stellen?
Jesus!
Jesus repräsentiert für mich die Grundlage nach der Menschen ihr Leben kreieren: mit ihrem Glauben. Und damit meine ich nicht den religiösen Glauben, sondern unseren „Alltagsglauben“. Darüber hätte ich gerne mit ihm gesprochen: Was kann ich tun, wenn ich etwas anderes glaube, als ich gerne glauben würde? Wie geht zweifelsfreies Glauben? …das hätte ich ihn gefragt!

3. Was macht Dir an Deinem Job am meisten Spaß?
Das Zusammensein mit Menschen, die mich so akzeptieren wie ich bin und gleichzeitig die Chance in dieser Akzeptanz immer weiter zu wachsen. Das passiert mit den Menschen, mit denen ich/wir „arbeiten“ und gleichzeitig auch in uns selbst. Das liebe ich so sehr. Und ein Teil einer wunderbaren Gemeinschaft zu sein, das ist toll!

4. Wer war der Held Deiner Kindheit?
Diese Frage hat mich seit dem ersten Interview verfolgt… also seit ich die Fragen gesehen habe… oh Gott, was soll ich da schreiben? Ich fürchte meine Kindheit war heldenlos, zumindest ist sie mir so in Erinnerung. Vielleicht spiegelt das am besten meine Persönlichkeit wieder, bevor ich mich auf den Weg gemacht habe… da war einfach kein Held. Es war in gewisser Weise ein bisschen „hoffnungslos“ in meiner Kindheit. Damit jetzt nicht alle Mitleid mit mir haben: Heute bin ich froh, dass ich irgendwann ohne Retter von aussen selbst losgegangen bin. Je nach Retter hätte ich ganz schön abschmieren können in eine Welt voller oberflächlicher Annehmlichkeiten (Fantalusien lässt grüßen!!!!) Das ist mir heute sehr bewusst und dann wäre erst viel später ein unschönes Aufwachen erfolgt, wenn überhaupt.

5. Dein Lieblingswitz?
Der ist jetzt voll blöd, aber mir immer in Erinnerung geblieben, gerade weil er so „blöd“ ist:

Kunde zum Bäcker: „Guten Tag, ich hätte gerne 99 Brötchen!“
Darauf der Bäcker: „Dann nehmen sie doch 100!“
Kunde „Wer soll die denn alle essen?“

6. Was war, Deiner Meinung nach, das Verrückteste was Du je getan hast?
In einem Körper auf die Erde zu kommen!

7. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?
„The secret oft the shadow“, von Debbie Ford. Ich habe zwar nicht jedes Wort verstanden, aber die Essenz des Buches spiegelt sehr stark mein Weltbild wider. Ich liebe es Menschen beim Wachstum zu unterstützen, indem die ungeliebte Schattenseite in den Vordergrund kommen darf. Das gilt für mich selbst übrigens genauso. Hiermit habe ich sehr viel mehr bewegt als mit positiven Affirmationen, die „man“ sich vorsagt, aber  sowieso nicht glaubt.

8. Welche Deiner Angewohnheiten magst Du nicht?
Meine Stimmung ist immer noch abhängig davon, ob mich Menschen mögen. Ich möchte bei allen beliebt sein und bin immer noch ein „Rechtmacher“. Das gefällt mir nicht mehr. Ich beobachte das jetzt sehr aufmerksam und bin gespannt, wie es anders weitergeht.

9.Wie sieht ein perfekter Tag für Dich aus?
Nach genügend Schlaf erfrischt und mit guter Laune aufwachen (nicht bevor es draussen hell ist!). Noch eine Weile im Bett liegenbleiben zum Ankommen („Mist, schon wieder ein Tag in einem Körper!“…hihihi). Nach dem Aufstehen am Morgen ein paar Sachen von der to-do Liste erfolgreich erledigen. Anschließend ein spätes Frühstück mit einem leckeren Milchkaffee und das am liebsten in netter Gesellschaft bei einem guten Gespräch in einem Straßencafé… die Sonne scheint vom blauen Himmel, es ist warm! Nach dieser Pause kann Arbeit auf dem Programm stehen (natürlich solche, die mir Spaß macht) und später dann den Abend genießen ganz entspannt mit meiner Familie und/oder Freunden…. ach ja, lecker Essen gehört auch zu einem perfekten Tag. Kochen sollte das allerdings jemand anderes und spülen bitte auch. J

 10. Erzähl uns eine Sache über Dich, auf die wir nicht von allein kommen würden?
Ich fahre seit 15 Jahren jedes Jahr mit meiner Familie für ca. einen Monat von Festival zu Festival…. wir haben eine richtige „Festivalfamilie“, die sich so ein bisschen nach „Point.-Energie“ anfühlt. Ich mag diese Form des Urlaubs sehr, auch wenn es sehr „schlicht“ zugeht oder vielleicht gerade deshalb…. wir leben zu viert in einem VW Bulli maximal mit einem Vorzelt, manchmal auch ohne. Allerdingst gibt es meistens eine „Campmitte“, in der wir alle abends am Feuer sitzen und einige Menschen Musik machen oder gemeinsam etwas kochen. Von meinem Lieblingsfestival in Taucha (www.ancient-trance.de) habe ich meine neue Liebe für die Soziokratie mitgebracht; einige haben mich vielleicht schon davon reden hören. J

Andrea Hoffmann